Sie möchten 2022 eine Wohnung kaufen? Das gilt es zu beachten!

Sie gehören also zu jenen Personen, die erkannt haben, dass eine Investition in eine Wohnung für Sie in diesem neuen Jahr der richtige Weg ist? Sie haben den Immobilienmarkt schon länger beobachtet und möchten nun Ihr Kapital abseits von Banken in tatsächlich existierenden Werten anlegen? Oder möchten Sie aus einem Mietverhältnis entkommen und langfristig etwas Bleibendes für Ihre monatlichen Zahlungen haben? Die Hintergründe und Absichten in eine Wohnung zu investieren, sind unterschiedlich. Klar scheint aber, dass diese Idee – sofern vorab gut informiert und zu Ende gedacht – eine vielversprechende sein kann. So ist das Thema Inflation oder Entwertung des Geldes für Immobilienbesitzer:innen zum Beispiel weitaus weniger beängstigend als für klassische Bankanleger:innen. Eine Eigentumswohnung kann ebenso, sofern nicht selbst benötigt, weitervermietet werden und schafft dadurch, langfristig gesehen, ein nicht zu unterschätzendes Zusatzeinkommen. Ebenso entfallen bei Eigentum monatliche Mietkosten, was den Geldbeutel entlastet, wenn eingangs ein Teil des Kaufpreises beglichen werden kann.

 

Die Wahl der Immobilie

Das Um und Auf, wenn es darum geht, für eine Eigentumswohnung Geld in die Hand zu nehmen, ist die Auswahl der Wohnung. Wenn Sie darüber nachdenken, die Wohnung sofort oder nach einiger Zeit zu vermieten, empfiehlt es sich ein Augenmerk auf gute Infrastruktur (Wie gut ist die Wohnung an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden? Befinden sich fußläufig entfernt Nahversorger, Ärzt:innen, Bildungs- oder Kinderbetreuungseinrichtungen? Wie ist die Parkplatzsituation?) und die Größe der Wohnung zu legen. Große Wohnungen (ab ca. 90 oder 100m²) lassen sich statistisch gesehen schwerer vermieten. Falls Sie die Immobilie zunächst selbst nutzen möchten, sollten Sie sich im Klaren darüber sein, wie viel Platz Sie tatsächlich benötigen. Ebenso spielen Zustand und möglicherweise bereits vorhandene Einrichtung eine Rolle – je besser, desto besser.

 

Der rechtliche Aspekt

Eine Eigentumswohnung sichert Sie ab und macht Sie unabhängiger. Mit dem Zustandekommen eines Vertrages ergeben sich für Sie als Eigentümer:in sowohl Rechte als auch Pflichten. Zu Ihren Rechten als Vermieter:in zählen beispielsweise das Einheben des monatlichen Mietzinses (dieser kann von der Vermieter:in auch erhöht werden!), das Erstellen einer Hausordnung und Festlegen von Ruhezeiten. Selbstverständlich können Sie den Mietvertrag unter Einhaltung festgelegter Fristen auch kündigen. Als Pflichten eines/einer Vermieter:in sind dafür bestimmte Instandhaltungen von allgemeinen Teilen des Hauses oder mitvermieteten Gegenständen sowie die Übergabe der Wohnung an die Mieter:in in „brauchbarem und ortsüblichem“ Zustand. Vergessen Sie auch nicht, dass Mieteinnahmen versteuert werden müssen!

Wollen Sie Ihre erworbene Immobilie nicht vermieten, vereinfacht sich die dargestellte Situation für Sie natürlich, da es zunächst keine zusätzliche Vertragspartei gibt, mit der Absprachen bezüglich Reparaturkosten etc. getroffen werden müssen. Ganz ohne rechtliche Grundlage geht es aber auch hier nicht, man bedenke, dass man, im Falle einer Wohnung, üblicherweise ja nicht das ganze Haus besitzt und daher trotzdem Regelungen anfallen, die die Nachbar:innen oder auch Miteigentümer:innen betreffen.

 

Das Wohnungseigentumsgesetz – das WEG

Die wichtigsten Aspekte für den Erwerb von Immobilien – vom Vertragsabschluss bis zu den bereits angesprochenen Vereinbarungen mit den Miteigentümer:innen sind im Wohnungseigentumsgesetz verankert. Es regelt für Sie Abläufe und gewährt Ihnen vor allem dann Sicherheit, wenn es um unterschiedliche Interessen innerhalb eines Wohnhauses geht. So ist beispielsweise genau festgelegt, wie Abstimmungen zu bestimmten Themen stattzufinden haben und wann ein Beschluss innerhalb der Eigentümer:innen für gültig erachtet werden kann. Auf der Homepage des österreichischen Parlaments (sowie auf zahlreichen Homepages von Jurist:innen) lassen sich die wesentlichen – für diesen Blog jedoch zu zahlreichen – Informationen zum Thema Wohnungskauf nachlesen. Mit Beginn des Jahres 2022 treten zusätzlich einige Änderungen in Kraft, auf welche wir im Folgenden noch hinweisen wollen.

 

Die WEG Novelle 2022

Im Wesentlichen betreffen die Änderungen des Wohnungseigentumsgesetzes drei Bereiche:

  1. Die Veränderung der eigenen Wohnung, sofern Bereiche betroffen waren, welche auch andere Miteigentümer:innen betrafen, bedurften bisher die Zustimmung jedes anderen Haushalts. Ab diesem Jahr sollen bestimmte Maßnahmen, welche als „privilegierte Änderungsmaßnahmen“ (die Liste dazu finden Sie ebenfalls auf der Homepage des österreichischen Parlaments!) bezeichnet werden, einfacher durchgeführt werden können. Die Absicht für das Errichten einer E-Ladestation oder neuer Beschattungsanlagen müssen zwar nach wie vor den anderen Eigentümer:innen schriftlich mitgeteilt werden, sollten diese aber binnen zwei Monaten auf die eingegangene Information nicht reagieren, gilt ihr Schweigen als Zuspruch. Bisher stellte sich oft das Problem, dass vor allem in großen Wohnhäusern, manche Bewohner:innen schwer anzutreffen waren und daher bestimmte Vorhaben blockiert wurden.
  2. Bei Wohnungseigentümerversammlungen, welche gesetzlich mindestens alle zwei Jahre vorgeschrieben sind und bei denen Beschlüsse gefasst werden, die die Eigentümer:innengemeinschaft betreffen, war bisher Mehrheitsbeschlüsse vonnöten, die die tatsächliche Mehrheit der Eigentümer:innen widerspiegelte. Das Problem war auch hier, dass manche Personen häufig nicht an solchen Versammlungen teilnehmen konnten oder wollten und so nur ein eingeschränktes Agieren möglich war. Ab nun reicht es für einen Mehrheitsbeschluss aus, wenn zwei Drittel der Stimmen – sofern diese einem Drittel der Miteigentumsanteile entsprechen – abgegeben werden.
  3. Ab 2022 ist die Mindestrücklage für Wohnungseigentümer normiert. Diese finanzielle Rücklage, auf welche vom Verwaltungsapparat zurückgegriffen wird, um Maßnahmen zur Instandsetzung und Verbesserung der Wohnanlage durchzuführen, wurde nun mit 90 Cent pro m² Nutzfläche festgelegt. Die Zahlung erfolgt monatlich und stellt auf den ersten Blick eine Kostenerhöhung dar. Es darf allerdings der Mehrwert dieser Maßnahme nicht übersehen werden: Immobilien, welche regelmäßig saniert werden, erhalten oder steigern ihren Wert über die Jahre. Obwohl man bei einem Wohnungsverkauf diese Kosten nicht rückerstattet bekommt, wirken sich diese Investitionen positiv auf den Verkaufswert der Wohnung aus.

 

Holen Sie sich Unterstützung!

Möglicherweise klingen unsere Ratschläge und Informationen für Sie nun etwas kompliziert – mit dieser Ansicht sind Sie jedenfalls nicht alleine! Ein Immobilienkauf sollte gut durchdacht sein. Wir empfehlen Ihnen daher, sich in puncto Immobilienbewertung, Finanzierung oder auch Rechtliches vorab gut zu informieren und wenn möglich, eine Person vom Fach hinzuzuziehen. So fühlen Sie sich in Ihrem großen Vorhaben unterstützt und können dem Abenteuer Immobilienkauf mit Zuversicht entgegenschreiten! Alles Gute!      

Genea Immobilien

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